Gas
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Betriebskosten (2009-02-19)
(29. November 2007) - Bei einer Schwerpunktaktion haben Eichämter der Bundesländer geprüft, ob die Gasabrechnungen für Verbraucher vorschriftsgemäß erfolgt. Etwa zehn Prozent der bundesweit rund 800 Gasversorgungsunternehmen wurden von März bis Juni 2003 unter die Lupe genommen. Dabei ergab sich, dass 42,7 Prozent der geprüften Unternehmen die einschlägigen Vorschriften bezüglich des Effektivdrucks nicht eingehalten haben, Druck und Temperatur wurden von 24,4 Prozent nicht richtig berücksichtigt und 25,6 Prozent ermittelten das Jahresmittel des BRENNWERTes nicht korrekt.
Durch diese Fehler der Gasversorgungsunternehmen sind die Abrechnungen der Verbraucher fehlerhaft. Wie groß diese Fehler sind und ob Verbraucher dadurch systematisch mehr zu bezahlen haben, ist derzeit noch nicht bekannt.
Von den 17,2 Millionen Haushalten, die mit Gas heizen, sind also rund 7,2 Millionen Haushalte falsch abgerechnet worden. Aller Wahrscheinlichkeit haben sich die Unternehmen eher zu Lasten der Kunden "verrechnet". Hätte jedoch nur die Hälfte der betroffenen Haushalte mehr bezahlt, dann hätten immerhin 3,6 Millionen Haushalte mehr bezahlt, als sie eigentlich verbraucht haben. Schon bei einer Abweichung von zehn Prozent vom korrekten Verbrauchswert müsste ein Haushalt 81 Euro im Jahr zu viel bezahlen. Denn bei einem Durchschnittsverbrauch von 18.000 kWh und einem Gaspreis von 4,5 Ct/kWh zahlt der Durchschnittshaushalt 810 Euro jährlich für Gas.
Die Eichbehörden versicherten auf Nachfrage, dass es zu keinen gravierenden Abweichungen zu Ungunsten der Kunden gekommen sei. Andernfalls hätten die Eichbehörden eine Nachverrechnung gegenüber den Kunden erzwungen. In die konkreten Untersuchungsergebnisse erhielt der Bund der Energieverbraucher bedauerlicherweise keine Einsicht. Der Bericht der Eichbehörden ist auf der Internetseite des Bundes der Energieverbraucher abrufbar unter www.energieverbraucher.de/seite536.html:
Untersuchungen der zuständigen Eichämter haben ergeben, dass Millionen Erdgas-Kunden möglicherweise fehlerhafte Abrechnungen erhalten. Verbraucherschutze rufen zum Protest auf - und formulieren Musterschreiben, mit denen Konsumenten ihren Zahlfluss einstellen können.
Hamburg - Viele Unternehmen hielten die Vorschriften für den so genannten Effektivdruck bei der Erdgasversorgung nicht ein und rechneten dadurch falsch ab, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die Eichämter der Bundesländer. 42,7 Prozent der Haushalte seien davon betroffen.
Gas-Pipeline: Niedriger Druck am Eingangszähler sorgt für falsche Rechnungen in vielen Haushalten
© DPA
Bei einer groß angelegten Kontrolle von 80 Gasversorgern haben die deutschen Eichämter die außerordentlich hohe Fehlerquote registriert. Nach Angaben des gemeinsamen Eichamtes von Hamburg und Schleswig-Holstein haben die Probleme allerdings nicht mit Druckunterschieden in den Leitungen sondern mit der komplizierten Umrechnung der gelieferten Gasmenge in Kilowatt zu tun, die dann auf der Rechnung steht. Der stellvertretende Leiter der Hessischen Eichverwaltung, Günter Karallus, sagte dem Hessischen Rundfunk hingegen: "Für Hessen kann ich die Hand ins Feuer legen, dass die Gasrechnungen stimmen."
Ein Sachbearbeiter im Bayerischen Landesamt für Maß und Gewicht bestätigt zwar, dass rund 43 Prozent der Rechnungen bei der Untersuchung bundesweit beanstandet worden seien. "Das heißt aber noch nicht, dass auch in 43 Prozent der Fälle zu viel abgerechnet wurde". Zum Teil hätten die Verbraucher auch von der falschen Abrechnung profitiert.
Zauberworte: "Rechnung ist unbillig hoch"
Der Bund der Energieverbraucher schätzt mithin, dass rund 3,6 Millionen Haushalte in Deutschland zu hohe Gasrechnungen erhalten. Nach Schätzungen des Verbandsvorsitzenden Aribert Peters muss ein Durchschnittshaushalt dadurch möglicherweise bis zu 80 Euro im Jahr zu viel bezahlen. Peters rät den Gaskunden, auf mehr Transparenz in den Rechnungen zu drängen.